Geschichtliches

1970 begann ich eine Dissertation (Dr.-Arbeit) über das Thema: "Die konservative Behandlung der arteriellen Gefäßerkrankung der unteren Extremität." Damals hieß diese Erkrankung unter Ärzten wie unter Laien noch "Raucherbein". Und das obwohl sich für mich statistisch keine signifikante Beziehung zwischen dem Rauchen und der arteriellen Erkrankung nachweisen ließ. Das ließ mich aufmerksam werden. Denn bedeutender als das Rauchen waren psychologische Parameter, wie die innere Beziehung der Patienten zur zweibeinigen Fortbewegung als solcher.

Alle Patienten, die ich untersuchte, vermissten nach dem Krieg das Gemeinsamkeitsgefühl der Bewegung mit gemeinsamen Zielen, wie sie es während der Kriegsjahre hatten. Nach dem Krieg liefen sie oft ohne Partner und auch auf sehr einsamen z.B. Vertreterpfaden durch die Städte. Was hier auf psychologischer Ebene geschah, Trauer, Einsamkeit, Verlust der emotionalen Aufgehobenheit in der Gruppe und deren gemeinsamer Ziele, hatte deutlich mehr mit der Krankheitsursache zu tun als das Rauchen.

Die Dissertation schloss ich 1974 ab und eröffnete eine Praxis in Hamburg als psychosomatisch denkender Allgemeinmediziner mit speziellen Schwerpunkten in der Naturheilkunde, der Neuraltherapie, der Elektroakkupunktur nach Voll und vor allem in der damals noch sehr unüblichen TCM und der Ohrakkupunktur.

Bei einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten 1973 ergab sich eine Zusammenarbeit mit Dr. Man Lee, dem späteren Chef der Amerikanischen Akkupunkturgesellschaft am Presbyterian St. Johns Hospital in Chicago. Wir hatten eine Versuchsreihe mit 60 übergewichtigen Patienten bei der ich 30 Patienten mit Ohrakkupunktur und er 30 Patienten mit der TCM behandelte. Ich gewann um 17 Kg. Wir waren also beide erfolgreich.

Allerdings war ich mit meiner Idee, eine Nadel im Ohr zu implantieren, etwas erfolgreicher. Die Idee und die Lokalisation "des kleinen Mannes im Ohr" hatte ich bereits in LA entwickelt. Sie war ganz auf meinem Mist gewachsen.
Daraus ergab sich, dass vor allem Übergewichtige in meine Praxis kamen. Sie stapften mit schweren Schritten durch meine Praxisräume und klagten neben ihrem Übergewicht über allerlei Gelenkschmerzen. Ich dagegen ging in Socken. So bewegte ich mich leicht und lautlos fast so wie ein Jäger auf der Pirsch. Man kann so mehr Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit für die Patienten aufbringen als mit festem Schuhwerk und hartem Auftritt.

Nach etwa drei Monaten verließ ich abends erst sehr spät die Praxis, natürlich in Schuhen und da vernahm ich plötzlich das Echo meiner eigenen Schritte durch die Straße hallen und ich war und bin doch gar nicht übergewichtig. Da erwachte ich für den Unterschied zwischen Fersengang und Ballengang. Ich begann sofort eine interdisziplinäre Forschung unter dem Arbeitstitel: "ES geht". Hiermit ist das psychoanalytische ES gemeint, denn einer der ersten Reifetests bei Neugeborenen, der Schreitreflex zeigt ein ausgeprägtes Vorfußgangbild und dann, wenn die ersten Schrittchen mit etwa einem Jahr spontan geschehen, zeigt sich wieder der Vorfußauftritt.

Während der folgenden 5 jährigen Forschung erhärtete sich meine sofortige Vermutung, dass wir genetisch angelegte Vorfußgänger/Ballengänger sind. Der Fersenauftritt, der ein Marschieren ist, wird von allen Kindern weltweit durch Imitation des erwachsenen Vorbildes erlernt. Und das gegen unsere natürlichen, spontanen und angeborenen Bewegungsmuster.

Ab hier bitte ich euch, einfach mein Buch zu lesen und/oder zu einem meiner Workshops oder zur GODO®pädieausbildung zu kommen, die ich seit 1979 unter dem globalen Begriff "GODO®" für den Ballen-Gang oder Vorfuß-Gang veranstalte oder veranstalten lasse. Dort werden diese Punkte natürlich noch viel ausführlicher erläutert. Inzwischen gibt es auch schon über 50 GODOpäden, die in Deutschland, Österreich und Luxemburg und Italien zur Weiterbildung berechtigt sind.
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